5 Missverständnisse über Mediation – und die Wahrheit
Mediation wird immer bekannter – und doch kursieren viele falsche Vorstellungen.
Oft hören wir in Erstgesprächen Sätze wie:
„Das ist doch nur für Jurist:innen“, „Da wird doch eh nur geredet“ oder „Das funktioniert nur, wenn alle lieb sind.“
Zeit, diese Mythen endlich aufzuräumen.
1️⃣ Mediation ist nur was für Jurist:innen.
Falsch.
Mediator:innen kommen aus vielen Berufen – aus Pädagogik, Psychologie, Wirtschaft oder Technik.
Entscheidend ist nicht das Studium, sondern die Haltung und eine qualifizierte Ausbildung.
Gesetz und Zertifizierungsverordnung geben den Rahmen, aber nicht den Beruf vor.
2️⃣ Mediation ist eine Kuscheltherapie.
Ganz im Gegenteil.
Mediation ist kein Wohlfühlgespräch, sondern ein strukturierter Prozess, der klare Schritte und Regeln hat.
Sie fordert Ehrlichkeit, Konfliktbereitschaft und Verantwortung.
Das Ziel ist nicht Harmonie, sondern nachhaltige Lösungen auf Augenhöhe.
3️⃣ Mediation ist zu weich – da setzt man sich nicht durch.“
Falsch.
Mediator:innen schaffen einen Rahmen, in dem Klarheit und Standfestigkeit Platz haben.
Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern darum, was gebraucht wird.
Die Kraft der Mediation liegt nicht im Durchsetzen, sondern im Verstehen und Aushandeln.
4️⃣ Mediation ersetzt den Rechtsweg.“
Nein.
Mediation ist eine Alternative – kein Ersatz.
Sie bietet die Chance, Konflikte schneller, günstiger und beziehungsfreundlicher zu lösen.
Sollte keine Einigung möglich sein, bleibt der Rechtsweg immer offen.
5️⃣ Mediation funktioniert nur, wenn alle friedlich sind.“
Auch das stimmt nicht.
Gerade wenn Fronten verhärtet sind, hilft die Begleitung durch eine:n neutrale:n Dritte:n.
Mediation bringt Menschen wieder ins Gespräch – trotz Emotionen, Misstrauen oder Krisenstimmung.
Fazit
Viele Missverständnisse entstehen, weil Menschen Mediation noch nicht erlebt haben.
In Wahrheit ist sie eine klare, professionelle Methode zur Konfliktlösung – keine Therapie und kein Kompromiss um jeden Preis.
Sie bietet die Chance, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.
FAQ: Mediation verstehen – Klarheit statt Missverständnisse
Wie erkenne ich, ob Mediation für meinen Konflikt geeignet ist?
Mediation eignet sich immer dann, wenn Menschen selbst Verantwortung für eine Lösung übernehmen wollen – egal ob im Beruf, in der Familie oder in Organisationen.
Was unterscheidet Mediation von Coaching oder Supervision?
Coaching fördert individuelle Entwicklung, Supervision dient der beruflichen Reflexion. Mediation dagegen zielt darauf, Konflikte zwischen mehreren Personen strukturiert zu klären und tragfähige Vereinbarungen zu ermöglichen.
Was passiert, wenn keine Einigung erzielt wird?
Auch dann bringt Mediation Klarheit: über Interessen, Grenzen und mögliche nächste Schritte. Bleibt eine Einigung aus, steht der Rechtsweg selbstverständlich weiterhin offen.
Wie finde ich eine qualifizierte Mediatorin oder einen Mediator?
Achten Sie auf eine Ausbildung nach dem Mediationsgesetz und der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung (ZMediatAusbV). Bei PFEOS arbeiten Mediator:innen, die diese Standards erfüllen und langjährige Praxiserfahrung mitbringen.
Was kostet eine Mediation – und wer trägt die Kosten?
Die Kosten hängen von Dauer, Anzahl der Beteiligten und Art des Konflikts ab. In Unternehmen oder Organisationen übernehmen oft die Arbeitgeber oder Träger einen Teil der Kosten.
Wie schnell zeigt Mediation Wirkung?
Häufig verbessern sich Kommunikation und Verständnis schon nach wenigen Sitzungen. Die nachhaltige Wirkung zeigt sich besonders dann, wenn Vereinbarungen umgesetzt und reflektiert werden.
Neugierig geworden? Die nächsten Ausbildungsstarts findest du hier:
👉 Modulare Mediationsausbildung 👉 Kompakt-Mediationsausbildung