Friedensbrücke – vom Ich über Du zum Wir
Friedensbrücke – von Ich über Du zum Wir
Konflikte gehören zum Leben – ob im Team, in der Partnerschaft oder in der Führung. Entscheidend ist nicht, ob wir Konflikte haben, sondern wie wir damit umgehen.
Die Friedensbrücke ist ein einfaches, aber kraftvolles Modell für klärende Gespräche:
Sie führt uns Schritt für Schritt vom klaren Ich, über das verstehende Du, hin zu einem tragfähigen Wir.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du dieses Modell in der Praxis anwenden kannst – in der Mediation, in Teams oder im Alltag.
1. ICH – Klarheit & Entlastung
Was ist los? Was will ich sagen?
Im ersten Schritt geht es darum, die eigene Perspektive ehrlich und klar mitzuteilen. Nicht beschönigen, nicht angreifen – sondern sagen, was wirklich los ist.
Was gehört dazu:
Beobachtung: Was ist konkret passiert? (ohne Bewertung)
Echte Gefühle benennen: Frust, Ärger, Enttäuschung dürfen Raum haben
Eigene Position klären: Wo stehe ich? Was ist mir wichtig?
Bedürfnis & Wunsch formulieren: Was brauche ich? Was wünsche ich mir?
Beispiele:
„Ich bin ehrlich gesagt ziemlich verärgert, weil …“
„Ich habe das so erlebt, dass … und das hat mich verletzt.“
„Mir ist wichtig, dass wir das klären.“
„Ich möchte sagen, was bei mir innerlich los ist – ohne dir etwas zu unterstellen.“
2. DU – Verstehen & Verbindung schaffen
Wie ging es dir? Was war deine Sicht?
Jetzt geht es darum, den Blick auf das Gegenüber zu richten: Zuhören, wahrnehmen, verstehen – bevor diskutiert oder gelöst wird.
Was gehört dazu:
Aktives Zuhören
Spiegeln & Paraphrasieren: Das Gehörte mit eigenen Worten zurückgeben
Offene Fragen stellen: „Wie war das für dich?“
Gefühle & Bedürfnisse wahrnehmen
Wertschätzung ausdrücken, auch wenn man nicht einer Meinung ist
Beispiele:
„Du hast das so erlebt, dass … – stimmt das?“
„Wenn ich dich richtig verstehe, war dir wichtig, …?“
„Ich höre, dass dich das verletzt hat.“
„Danke, dass du das so offen sagst.“
3. WIR – Verständigung & Lösungen
Was brauchen wir, um gut weiterzugehen?
Der dritte Schritt sucht nach dem Gemeinsamen: Wie kann es nach dem Klärungsgespräch weitergehen? Was verbindet uns? Was hilft?
Was gehört dazu:
Gemeinsame Anliegen herausarbeiten
Verbindendes betonen: Ziele, Werte, Beziehung
Lösungsoptionen sammeln
Absprachen oder Vereinbarungen treffen
Beispiele:
„Was brauchen wir, damit das in Zukunft besser läuft?“
„Wie können wir beide damit gut umgehen?“
„Was wäre für uns beide ein tragfähiger Weg?“
„Was hilft uns, um in Verbindung zu bleiben?“
Friedensbrücken bauen – statt Fronten
Wenn wir Konflikte ernst nehmen, brauchen wir Räume für ehrlichen Austausch. Die Friedensbrücke bietet genau das:
ICH: sagen, was los ist
DU: verstehen, was beim anderen ankommt
WIR: gemeinsam Lösungen entwickeln
Ein Modell, das verbindet – und das du jederzeit anwenden kannst.
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Kein Problem! Hier finden Sie eine kurze Audio-Zusammenfassung. So können Sie unsere Inhalte auch bequem beim Pendeln, Kochen oder Spazierengehen anhören.